Allgemeines über das Training mit einem Wolfshund


@Miguel, Noran

Der TWH hat andere Charaktereigenschaften verglichen mit den anderen
"kultivierten" Rassen. Die Mutter Natur selbst schlägt in Ihm und seine Intelligenz steht
ihm auch praktisch im Weg. Eine Unterordnung wird in herkömmlicher Art nicht stattfinden und seine Unabhängigkeit gebietet ihm nicht die den Beruf des "Beamten" zu führen.
Er denkt über alles nach und entscheidet aus rein pragmatischen Gründen.
Das Training ist dann also nicht schwieriger als mit anderen Hunden, sondern erfordert
 mehr Intuition durch Erfahrung über das Wesen und viel mehr Geduld, sowie mehr
soziale Kompetenz...aber das ist noch nicht alles!


@Miguel u. Amie

Als Arbeitshund wurde er vor ca. 50 Jahren mit Mutter Natur gezüchtet und er durfte nur von der tschechischen Grenzpolizei gehalten werden. Die Zuchtauslese war mitte und ende der Zucht auf friedfertige Tiere ausgerichtet, was keine sonderliches Problem darstellte.
Der tschechoslow. Wolfshund kann jede sportliche Herausforderung meistern. Es ist nicht die Frage des Könnenns, sondern des Wollens.
Für Zugarbeit z.B. sind sie perfekt und überdurchschnittlich kräftig, jedoch müßen sie offensichtlich anders als bei andere Hunderassen, differenzierter motiviert werden.
Es ist anzunehmen, daß Ihre Intelligenz der Grund ist, "unnötig" zu verrichtene Arbeit zu verweigern.
Deshalb ist der Schlüssel des Erfolges abwechslungsreichres Trainning und geduld, geduld, geduld....


@Miguel und Amie

Sehr scheue Tiere werden möglichst aus der Zucht genommen. Die Tschechoslowakischen Wolfshunden sind aber sehr mißtrauische Tiere und die Grenze zur Scheuheit ist bei
vielen Exemplaren fließend.


@Artic Wolf,  Amie und Attila

Das Training versprach also sehr anspruchsvoll zu sein, aber all das wußte ich nicht so
genau wie es jetzt auf anhieb klingt..

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Canicross mit einem Wolfshund

Canicross und Bikejoering kommt aus dem französischsprachigen Raum. Die ersten Canicrossveranstaltungen fanden schon in den 80er Jahren statt.
Bei Canicross bildet der Läufer mit seinem Hund ein Team, welches den
vorgegebenen Parcours in möglichst kurzer Zeit absolviert.

 
@Europameisterschaft 2007


Die Teilnehmer sind, mittels Bauchgurt und einer 2m langen Leine welche am Zuggeschirr des Hundes befestigt ist, mit ihrem Hund verbunden. Der Hund muss sich immer vor dem Läufer befinden.
Es gibt die Möglichkeit von Massenstarts genauso wie Einzelzeitläufe, je nach Veranstalter.

 

Die ersten Trainingschritte

Das Training eines einzelnen Wolfshundes zum Verrichten von "Zugarbeit" stellte eine große Herausforderung für unseren Wolfshund und uns dar.
Schon in den ersten Lebensmonaten haben wir uns die Anhänglichkeit des Welpen
zunutze gemacht und sind kleine Strecken (200 m) mit ihm gelaufen. (ohne Leine).
Ein Zuggeschirr zerbiß sie schon im Welpenalter. Eine Gewöhnung war schlecht möglich.
Unseren Huskys hatten wir anfangs kleine Stöcker angebunden, damit sie sich an
die Schleifgeräusche  gewöhnen. Bei Amie war das nicht möglich.
Wir beschloßen das Training abzubrechen und spätestens mit 4 Monaten weiter zu führen.

Motivation zur Zugarbeit

Mehr noch als bei anderen Hunden war die Motivation das größte Problem.
Wie sollte ich Sie motivieren mich mit Zuggeschirr zu ziehen (Canicross), wenn es dafür
keinen wirklichen Sinn gab!
Konsequent trainierte ich mit Ihr nun jeden Tag, 4 Monate lang!
Das Training selbst war nicht sonderlich spektakulär. Sie lief neben mir her, aber schon
ohne Leine und natürlich sehr kurze Distanzen.
In dieser Zeit ist wohl das Wichtigste passiert. Ich merkte wie sie sehr langsam
Fortschritte machte und viel Vertrauen zu mir gewann.



Aufgrund des gemeinsamen Trainings ging Amie eine sehr enge Bindung mit mir ein
und akzeptierte mich und das war offensichtlich der Schlüssel zum Erfolg.
Die folgenden 3 Monate trainierte ich wieder jedem Tag.
Dieses Mal wagte ich das Training mit Geschirr und Leine.
Die Trainingsziele kanalisierten sich jetzt zielgerichtet auf die Zugarbeit, ...jetzt oder nie!
Folgenden zielgerichtete  Übungen:
- Ein Nebenherlauf akzeptierte ich nicht mehr. Sukzessive Annäherung der    Polpostion (40 Einheiten)
- Beim vorne weg Lauf sollte die Leine stets gespannt bleiben (40 Einheiten)

Diese Phase war die lernintensivste Phase, aber das Wichtigste daran war, daß Amie soweit war. Sie entschied den Zeitpunkt der Zugarbeit bzw. den Zeitpunkt
des gegenseitigen Vertrauens und sie tat es letzendlich für mich....

Mit 11 Monaten war sie in der Lage Kommandos zu interpretieren und am Geschirr zu ziehen, was nicht bedeutet, dass ich Sie für etwaige Rennen einsetzte oder Sie mich vor lauter Zugarbeit über den  Berg schleifte. :)
Weiterhin trainierten wir unsere Strecken 3x wöchentlich.

Im Alter von 2 Jahren trainierten wir immernoch 2-3x wöchentlich. Sie interpretierte
meine Kommandos und kannte ihre Aufgabe bereits sehr genau.
Doch ich wollte mehr...


@Eurocanicross Nancy 2006

Zwichen dem 21 Monat und dem 32 Monat hat sie folgende wichtige Rennen bestritten:
- Canicross Deutsche Meisterschaft 2006   (Ergebnis: dt.Vizemeister)
- Canicross Europameisterschaft in Frankreich 09.2006 (Ergebnis: Platz 26)
-
Canicross WM-Meisterschaft 12.2006 (Egebnis:disqualifiziert, falsche Route!!:)
- Canicross Europameisterschaft ind Dt. 2007  (Ergebnis: Platz 30 )


Amie ist jetzt knapp 3 Jahre alt (Stand November 2007) und jetzt wollen wir sie im Winter 2007/2008 decken lassen, sodaß diese Wintersaison etwas schmal ausfallen wird.

Wir trainnieren nicht mehr alleine. Häufig spanne ich beide Hunde vor oder ich laufe mit ihr  unangeleint.
Wir trannieren Canicross nur noch kurzen Distanzen von ca. 800 m., dafür aber im
Höchstempo. (ca. 20 kmh). Dann folgen 1000 m unangeleint und sie kann spielen
und ich laufe im Trab.  Dann wiederum 800 m im Höchstempo usw.


Die Durchschnittsgeschwindigkeit in internationalen Elite-Wettkämpfen beträgt bei Durchschnittsläufern über 20 kmh. Die Weltmeister in dieser Disziplin erreichen über 25  kmh Durchschnittswerte auf bis zu 6 km.


@miguel und Philipp W. (dt Meisterschaft 2006)

Um das eigene Tempo ohne Zuhilfenahme des Hundes  konstant auf eine
Geschwindigkeit zu halten ist ein besonders Tranning für den eigenen Körper notwendig.
Serienläufe von 1 Kilometer mit bis zu 8 Widerholungen. Zwischen den Läufen
 jeweils bis zu 1 Minute Pause.
Hierbei ist es Wichtig, daß der erste Kilometer so schnell gelaufen wird wie der letzte.
Eine Steigerung der konstanten Geschwindigkeit läßt sich nur so erzielen.
Vor großen Wettkämpfen ist dieses Traninning unabdingbar.



Stets habe ich jede Trainingseinheit mit etwas Positivem beendet.
Ausgelassenes Spielen am Ende. Futter nach jedem Training.
Viel, viel, viel, viel, viel Lob, wenig Bestechungs-Futter.
Viel, viel, viel, viel Geduld.


 

Europameisterschaft Nancy (F) 2006 (Platz 26)

 




Dt. Meisterschaft 2006  (dt.Vizemeister Canicross)


 

 

Training im Winter 2005/2006